Projekt - Idee
„Fit am Ball“ – Bewegungsförderung, Ballspiele und Ernährungsberatung für Kinder in der Schule
Bewegung, Spiel und Sport können einen unersetzlichen Beitrag zur Förderung der körperlichen, personalen und sozialen Entwicklung von Kindern und Jugendlichen leisten. Über die Bewegung erschließen sich Kinder nicht nur einen wichtigen Zugang zur Welt, sondern im Rahmen gemeinsamen Bewegens erfahren sie die Bedeutung von fairen Auseinandersetzungen im Wettkampf, von Toleranz gegenüber Menschen aus anderen Kulturen, von Beachtung von Regeln und vieles andere mehr. Nicht zuletzt kann durch Bewegungsaktivitäten die körperliche Fitness gestärkt und ein Beitrag zur Gesundheitsförderung von Kindern geleistet werden.
In den letzten Jahrzehnten zeichnet sich allerdings ein bedenklicher Trend ab. Ein zunehmender Teil der Kinder und Jugendlichen scheint nicht mehr in ausreichendem Umfang körperlich aktiv zu sein. Es mehren sich Hinweise auf einen Bewegungsmangel insbesondere bei den körperlich ungeschickteren und sozial benachteiligten Kindern. Deren Bewegungskarrieren sind vielfach von sportlichen Misserfolgserlebnissen gekennzeichnet, die sie kaum dazu motivieren, aktiver zu werden. Zudem erhalten diese Kinder von zu Hause häufig nicht die erforderliche Unterstützung, die notwendig ist, um einen bewegten Lebensstil aufzubauen. Dadurch wächst die Gefahr für diese Kinder, übergewichtig zu werden und zukünftig Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu entwickeln.
Der Schule kommt im Zusammenhang mit dieser beunruhigenden gesellschaftlichen Entwicklung eine weitere wichtige Erziehungs- und Bildungsaufgabe zu, da dort alle Kinder erreicht werden können und sie von pädagogisch qualifizierten Lehrkräften unterrichtet werden.
Mit der Aktion „Fit am Ball – Mehr Bewegung in der Schule mit funny-frisch“ soll ein Impuls für den Aufbau zusätzlicher Bewegungsangebote für Kinder in der Schule gesetzt werden. Die Lehrkräfte in der Schule kennen die Schüler/innen sowie die Verhältnisse vor Ort am besten. Sie sollen deshalb im Rahmen des Projektes dazu angeregt werden, Bewegungseinheiten insbesondere für diejenigen Schülerinnen und Schüler anzubieten, die einer besonderen Bewegungsförderung bedürfen. In die Unterrichtseinheiten integriert erhalten die Kinder zusätzlich Empfehlungen für richtiges Essen und Trinken vor, während und nach dem Sporttreiben sowie in ihrem Alltag.
Zur Realisierung der „Fit am Ball“-Stunden wird den teilnehmenden Schulen eine umfangreiche Unterstützung gegeben. Für jede Unterrichtseinheit des elf Wochen dauernden Programms wurden auf Basis eines fundierten sportpädagogischen Konzepts ausführliche Stundenbilder entwickelt, die in einem Ordner in anschaulicher Form zusammengefasst sind. Diese Unterrichtsmaterialien sollen den beteiligten Lehrkräften als Anregung für die praktische Umsetzung der „Fit am Ball“-Stunden dienen. Zudem erfolgt in einer Fortbildungsveranstaltung eine Einführung in das „Fit am Ball“-Konzept. Als weitere Unterstützung erhalten die beteiligten Schulen einen Materialiensack mit wichtigen Unterrichtsmaterialien wie Bällen, Hütchen, Stangen etc.
Im Zentrum der Stunden stehen neben einer allgemeinen Bewegungsförderung sowie altersgemäßen Ernährungsempfehlungen Ballspiele aller Art, die für Jungen wie Mädchen, Geübtere wie Ungeübtere, Geschicktere wie Ungeschicktere, einen besonderen Aufforderungscharakter haben.
Zusätzlich genutzt werden soll im Rahmen von „Fit am Ball“ die Faszinationskraft, die von der anstehenden Fußballeuropameisterschaft im Jahr 2008, die in Österreich und der Schweiz stattfinden wird, ausgeht. Dieses Ereignis wird die öffentliche Aufmerksamkeit verstärkt nicht nur auf das Fußballspiel sondern auf den Sport allgemein lenken.
Sicherlich werden Kinder von der Atmosphäre der Fußball-Europameisterschaft besonders begeistert und motiviert, selbst Fußball zu spielen und an einem Ballspiel-Projekt teilzunehmen. Deshalb werden Ballspiele mit dem Fuß bei der Aktion „Fit am Ball“ einen besonderen Stellenwert einnehmen. In einer gemeinsamen Abschlussveranstaltung aller beteiligten Schulen soll deshalb als Höhepunkt für die Kinder ein Vielseitigkeitswettkampf verbunden mit einem Fußball-Cup stehen.
Ein Referenzprojekt der Deutschen Sporthochschule in Köln, an dem in Deutschland in den letzten Jahren über 1000 Schulen teilgenommen haben, war ein großartiger Erfolg und Motivation für den Sponsor, auch in Österreich eine gleichartige Initiative zu starten. Alle am Projekt Beteiligten sind optimistisch, dass auch in Österreich ein vergleichbarer Erfolg erreicht wird.
Univ.-Prof. Dr. Michael Kolb


