Ziel des Stundenteils zur Bewegungsförderung ist es, mit Hilfe ausgewählter kindgerechter Bewegungsaufgaben, Spielen und Übungen die Entwicklung der motorischen Fähigkeiten der Kinder, insbesondere der Koordination, anzuregen und zu fördern. Gerade einer guten Koordination kommt in der kindlichen Entwicklung eine zentrale Rolle zu, steht sie doch in enger Wechselbeziehung zu anderen Bereichen wie der Wahrnehmung, den kognitiven Fähigkeiten oder der Sprachentwicklung.
Bewegung, Spiel und Sport beinhalten vielfältige Möglichkeiten, um Ausdauer, Kraft, Schnelligkeit, Gelenkigkeit und Geschicklichkeit differenziert zu schulen. All diese Aspekte werden insbesondere entwickelt, wenn man Kindern motorisch herausfordernde, komplexe und vielfältige Bewegungsaufgaben stellt.
Eine besondere Bedeutung in der Entwicklung der Kinder haben die so genannten „sensiblen Phasen“. In diesen zeitlich relativ kurzen Entwicklungsabschnitten sind Kinder in der Lage, sich altersentsprechende Kompetenzen und Fertigkeiten vergleichsweise mühelos anzueignen. Zudem sind Kinder in sensiblen Entwicklungsphasen besonders aufnahmebereit für adäquate Bewegungsangebote. Das Lernen macht ihnen dann besondere Freude, da es von offenkundig wahrnehmbaren Erfolgen gekrönt ist. Zu einem anderen Zeitpunkt der Entwicklung wären Kinder dagegen mit derselben Lernaufgabe entweder über- oder unterfordert.
Die sensible Phase der Entwicklung der Koordination hat ihren Höhepunkt in dem Altersabschnitt, in dem Kinder die Volksschule besuchen, und endet mit etwa 10 bis 12 Jahren. Deshalb muss einer vielfältigen und kindgerechten Bewegungsförderung in dieser Zeitspanne viel Aufmerksamkeit gewidmet werden. In den Stundenteilen zur allgemeinen Bewegungsförderung wird eine Fülle von Bewegungsaufgaben mit hohem Aufforderungscharakter beschrieben, die auch mit wenig Material und ohne großen Aufwand realisierbar sind.



